Sportverein 07 Milz

++ Wintercheck Freies Wort ++ Was geht noch? ++

Daniel Eppler, 04.02.2019

++ Wintercheck Freies Wort ++ Was geht noch? ++

In der Winterpause-Bilanz verrät Daniel Eppler, Torwart und Vorsitzender des SV 07 Milz, warum die Grabfelder ganz unten im Tabellen-Keller drinstecken, wie sie da wieder rauskommen und was er von jedem Einzelnen erwartet.

 

Herr Eppler, wie lautet das sportliche Fazit zur Winterpause?

Der Blick auf die aktuelle Tabelle sagt alles. Wir sind sehr dürftig in das neue Spieljahr gestartet und stecken seitdem mächtig im Abstiegsstrudel. Mit lediglich zwei Siegen und zehn Punkten liegen wir auf dem letzten Tabellenplatz. Das war bislang einfach zu wenig.

 

Was sind die Ursachen für diese Misere?

Mir blutet fast das Herz, wenn ich betrachte, wie leichtfertig wir gerade zu Saisonbeginn mit dem Thema „Fußball" umgegangen sind. Was hier abgelaufen ist, ist für mich persönlich nicht nachvollziehbar. Ich glaube, wir hatten erstmals am achten Spieltag den kompletten Kader an Bord. Und sind wir mal ehrlich: Da kann es fast schon zu spät sein. Besonders das Spiel in Hildburghausen bleibt mir im Gedächtnis. Hätte Tobias Tandel nicht kurzfristig zugesagt und unser ehemaliger Coach Tilo Arnhold Bereitschaft signalisiert, wären wir ohne Auswechselspieler in die Kreisstadt gefahren. Jeder hat seinen Beruf, jeder hat seine privaten Verpflichtungen – alles schön und gut – aber, dass plötzlich nahezu alles andere wichtiger ist als der Sport, den wir alle lieben, bleibt für mich ein absolutes Rätsel.

 

Das Team lag von Beginn an durchgehend auf einem Abstiegsplatz und vor allem die Heimschwäche ist eklatant. Warum?

Richtig. Hier gab es zu viele Unentschieden und unglückliche Niederlagen. Ursache war sicherlich auch die schlechte Chancenverwertung. Hier war gegen Goßmannsrod, Erlau, Neuhaus-Schierschnitz und auch Steinach wirklich mehr möglich. In den vergangenen Jahren hatten es die Gäste schwer, etwas mitzunehmen. Auch mit der dünnen Spielerdecke ging etwas Qualität verloren. Und auch der Abgang von Sascha Lautensack als bester Angreifer des Teams ist nur schwer zu ersetzen.

 

Was ist die Szene der bisherigen Saison, die euch in Erinnerung geblieben ist?

Hier gibt es für mich persönlich eine unglückliche Szene im letzten Heimspiel gegen Steinach, welche die aktuelle Runde perfekt zusammenfasst. Ein Steinacher flankt in Richtung Strafraum, unser Michael Mai verändert die Richtung des Balls, ich bin auf dem falschen Fuß und boxe mir die Kugel ins eigene Gehäuse. Besonders für die Jungs hat es mir an diesem Tag wahnsinnig leidgetan. Denn einen Punkt hätten wir uns aufgrund unseres Einsatzes schon verdient. Wir konnten Steinach an diesem Tag Paroli bieten. Positiv hingegen war der Doppelpack von Johannes Arnhold in Hildburghausen. Besonders sein zweiter Treffer. Langer Ball, perfekte Annahme, Abschluss mit dem schwächeren linken Fuß. Top!

 

Herr Eppler, Sie übernehmen nicht nur auf dem Spielfeld Verantwortung. Sie haben auch den Vorsitz im Sportverein übernommen.

Ja. Das war schon länger so abgesprochen. Ich war ja schon der Stellvertreter von Lothar Peter und somit für die Nachfolge bereit. Auf unserer Mitgliederversammlung wurde ich ohne Gegenstimme gewählt. Aber Lothar hat wirklich große Fußstapfen hinterlassen. Plötzlich gibt es viele und vielschichtige Aufgaben mehr. Es ist echt der Wahnsinn, was hier täglich auf die neue Leitung einströmt.

 

Organisatorisch gibt es sicherlich auch viel zu tun. Wie sieht die Vorbereitung auf die Rückrunde aus?

Wir haben Mitte Januar mit der Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen. Und das ist auch gut so. Ich denke, die Winterpause war lang genug. In den vergangenen Wochen konnte sich jeder ausreichend regenerieren. Ich hoffe, dass jeder heiß auf die Vorbereitung ist. Zum Auftakt waren wir immerhin 15 Leute. Neben den konditionellen Grundlagen werden wir sicherlich im spielerischen Bereich hart arbeiten müssen.

 

Wird es ein Trainingslager geben? Welche Testspiele sind geplant?

Wir werden über das zweite Märzwochenende ein Trainingslager über drei Tage in Rappershausen durchführen. Für Mallorca reicht es noch nicht (lacht) . Hier soll auch der Zusammenhalt gefördert werden. Der Abschluss wird dann ein freundschaftlicher Vergleich in Floh gegen Struth-Helmershof sein. Ende Februar gibt es zu Hause noch ein Spiel gegen Beheim/Stressenhausen.

 

Sind personelle Veränderungen geplant?

Nein.

 

Das Ziel für die Rückrunde lautet?

Das Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Außerdem wünsche ich mir, dass jeder Einzelne, ob Eppler, Mai, Peter und wie sie alle heißen einen Zahn zulegen. Wir haben als Mannschaft diese Situation zu verschulden. Jetzt haben wir die Möglichkeit, unseren „Mann zu stehen". Sollte das nicht möglich sein, weil erneut andere Dinge wieder wichtiger sind, dann ist der Abstieg wohl besiegelt. Aber ich glaube an die Mannschaft.

 

Wer wird Meister, wer steigt ab?

Ich tippe auf den HSV. Die Hainaer haben noch das Nachholspiel gegen Veilsdorf. Und mit einem Sieg sind sie dann voll im Aufstiegsrennen dabei. Den Abstieg wünsche ich keinem! Ich hoffe lediglich, dass wir nicht dabei sind. Interview: awh

 

Quelle: Freies Wort, Lokalsport Hildburghausen vom 22.1.2019


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